3. Oberösterreichischer Siebenbürgerball

Nach den Nachbarschaften Vöcklabruck und Bad Hall hatte diesmal die größte Nachbarschaft im Land ob der Enns, nämlich Traun, gemeinsam mit der Siebenbürger Jugend zum „3. Oberösterreichischen Siebenbürgerball“ geladen. Die ersten Vorbereitungen hatten schon Monate vorher begonnen, um wie die beiden ersten Gastgeber einen punvergeßlichen Ballabend zu schaffen. 

Am 18. Jänner öffnete das Volksheim schon ab 18.30 Uhr seine Pforten und zeigte sich für die 400 Gäste von seiner allerbesten Seite, nämlich überall festlich geschmückt in den sächsischen Nationalfarben blau und rot. 

Nach Erhalt einer Damenspende (eine Spezialabfüllung „Siebenbürgertee“ eigens für diesen Abend) hatte man beim Begrüßungsstamperl schon die erste Qual der Wahl, da mehrere Sorten angeboten wurden, dazu noch speziell für die weiblichen Gäste der traditionelle warme Kümmelschnaps. Danach wurden die Ballbesucher zu ihren Tischen geleitet, während die Trachtenkapelle Traun bereits vor dem offiziellen Beginn die Anwesenden mit ausgewählten Musikstücken unterhielt. 

Um 20.00 Uhr folgte die Eröffnung mit dem Einzug der rund 160 Trachtenträger, die nach dem ersten Teil des Aufmarschs in dicht gedrängten Reihen auf der Tanzfläche Aufstellung nahmen, während Nachbarvater Martin Duka die Begrüßung vornahm. Unter anderem gaben uns die Ehre: Bürgermeister Dr. Schlögl, seine Stellvertreter Ing. Harald Seidl und Ursula Adlung, Vereinsobmann Kons. Hans Waretzi, Ehrenobmann Kons. Dr. Fritz Frank, Landesobmann Kons. Fritz Teutsch, Sozialreferent Johann Haitchi, Pressereferentin Christine Morenz, unser evangelischer Pfarrer Mag. Gerhard Grager, sein katholischer Amtskollege und Freund Mag. Franz Wild, Stadtrat Egonald Maurer und noch mehrere Trauner Gemeinderäte und Abgesandte vom oö. Landesverband und befreundeten Vereinen. Da der Landeshauptmann (hatte auch den Ehrenschutz übernommen) leider verhindert war, hatte er uns in seiner Vertretung den Landtagsabgeordneten Wolfgang Stanek gesandt, der genauso herzlich Aufnahme fand wie die weniger prominenten Gäste. Besonder erfreute uns der zahlreiche Besuch durch die anderen Nachbarschaften und Tanzgruppen: Unsere Freunde aus Sierning, Wels (natürlich mit der Tanzgruppe), Bad Hall, Frankenmarkt, Vöcklabruck, Laakirchen, Lengau, Munderfing (mit Tanzgruppe) und der Rosenau waren gekommen – ja, manche der Damen hatten sogar noch wunderschöne Torten als Spende für diesen Ball mitgebracht! Dafür an dieser Stelle nochmals ein ganz, ganz herzliches Dankeschön!

Nachdem auch Kons. Waretzi und Bürgermeister Dr. Schlögl ihre kurzen Begrüßungsworte gesprochen hatten, marschierten die Trachtenträger wieder ab – und die Tanzgruppen Wels, Munderfing und 2 x Traun (mit der Jugend und der“Alten Jugend“) wieder auf, um gemeinsam den Marschierbayrisch und den Jungsächsisch zu zeigen. Die Vorführenden ernteten tosenden Applaus und holten die Ehrengäste zum Eröffnungswalzer, womit nun der allgemeine Tanzabend offiziell begonnen hatte. 

Die Trachtenkapelle Traun (mit Obmann Georg Gabber und Kapellmeister Wolfgang „Krebsi“ Krebelder) war den ganzen Abend in Höchstform und sorgte auf mehrerlei Art für anspruchsvolle musikalische Unterhaltung und Tanzmusik: Die traditionelle Formation der Kapelle wechselte sich ab mit dem Saxophon-Ensemble (erwähnenswert hier besonders der flotte Jive) sowie mit einem Trio (bestehend aus Hans Karst am Keybord und dem Gesang von Krebsi“ und Regina Eduarda“ ), das speziell Sinatra-Klassiker gekonnt darbot. Kurz gesagt, die musikalische Mischung war optimal, von Walzer und Polka bis Tango wurde alles geboten! 

Es war eine besondere Freude, die Vielfalt an Trachten aus vielen verschiedenen Gemeinden Siebenbürgens zu bewundern. Manche Besucher hatten sie erstmals seit Jahren eigens für diesen Anlaß wieder angelegt und vorher umändern müssen. 
Stündlich, wenn die Musiker ihre wohlverdiente Pause genossen, bewiesen die anwesenden Tanzgruppen aus Wels, Munderfing und Traun mit altbekannten oder neu erlernten, erst selten aufgeführten Volkstänzen ihr Können und rissen das Publikum zu erneuten Beifallsstürmen hin.

Vom vielen Tanzen, Plaudern usw. bekommt man natürlich Hunger – dafür hatte man auch in Traun ein Mittel parat. Wie schon zuvor in Vöcklabruck und Bad Hall wurde siebenbürgische Hausmannskost angeboten, sprich Krautwickler oder Siebenbürgerwurst . Die Mahlzeiten wurden im eigens dafür im 1. Stock eingerichteten „Siebenbürgischen Restaurant“ eingenommen. Als Nachtisch standen viele wohlschmeckende Torten, bei denen selbst so manchen Konditor vor Neid erblassen könnte, zur Auswahl. Selbst der Weg ins Restaurant oder durchs Foyer zur Bar war lohnenswert - Hermann Kopes hatte das Stiegenhaus und die anderen sonst schmucklosen Wände in eine siebenbürgische Fotogalerie (mit alten und neuen Aufnahmen sowohl aus alten Büchern als auch aus Privatbesitz) verwandelt, die Einblick in das sächsische Dorfleben gaben. 

Ein weiterer Höhepunkt war die Ball der Ballkönigin – zum Preis von einem Euro pro Stück wurden 1200 (von der Jugend in Gemeinschaftsarbeit hergestellte) Lebkuchenherzen angeboten. Die Siegerin mit den meisten Herzen erhielt nach ihrer „Krönung“ durch Markus Auinger mit Krönchen und blau-roter Schärpe (Amerika läßt grüßen) ihren Preis, einen Gutschein für ein Abendessen bei Kerzenlicht und anschließendem Besuch im Spielcasino, nebst Blumenstrauß überreicht. Siegerin wurde passend zum nahenden Namenstag, die neue Vortänzerin der Trauner Jugend Sarah Schneider. Zweite und dritte bei dieser Wahl der Dames des Herzens wurden ihre Vereinskollegin Alice Auinger und Birgit Okelmann (Mitglied sowohl bei der Welser Tanzgruppe als auch bei der Trachtenkapelle), beide mit einem Blumenstrauß und einer Flasche Wein belohnt. Den Ehrentanz mit der Ballkönigin Sarah ließ sich Dietmar Lindert natürlich nicht nehmen! 

Der gesamte Reinerlös dieser Herzerl-Aktion diente zur Unterstützung eines bestimmten und dringend notwendigen Projektes an den Landwirtschaftsverein in Großpold – während Sie diese Zeilen lesen, wurde der ansehnliche Betrag bereits durch Dietmar Lindert persönlich an die Verantwortlichen übergeben! Die restlichen, nicht verkauften Herzen (ca. 200 Stück) wurden am Sonntag nach dem Ball dem Linzer Kinderkrankenhaus übergeben, um den kleinen Patienten und deren Pflegepersonal ein wenig Freude zu schenken.

Apropos Schenken: Wir sprechen hiermit Dank an all unsere Gäste und Mitwirkenden aus, dass sie uns mit ihrer Anwesenheit und Unterstützung beschenkt haben und damit diesen Ballabend zu einem Erfolg werden ließen. Alle Nachbarschaften und Mitglieder BesucherInnen, MusikerInnen, Tanzgruppen mit ihrem Elan und der ansteckenden guten Laune (sonst meidet man Ansteckung eher, bei der guten Laune ist sie von Vorteil!“) haben dazu beigetragen. Bei so einem großen Fest kann natürlich auch die eine oder andere Panne vorkommen – wie der Stromausfall der Warmhaltevorrichtungen im Restaurant. Unsere Gäste nahmen´s mit Gleichmut oder mit Humor. Erwähnt werden müssen natürlich die zahllosen, meist unbekannten HelferInnen, die bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung vonnöten sind: Angefangen von den Einladungen über die arbeitsintensive Dekoration bis zum Wegräumen am nächsten Tag – bei manchen wunderte man sich schon ein wenig, dass sie mit so wenig Schlaf ausgekommen waren!!!) konnten wir TraunerInnen uns Gott sei Dank auf unsere bewährte Kompanie fleißiger Hände verlassen. 
Die Musik hörte erst nach mehreren Zugaben um drei Uhr morgens zu spielen auf und die Tanzfläche war zu diesem Zeitpunkt noch voll – ein Resultat der flotten und abwechslungsreichen musikalischen Unterhaltung und der allgemeinen, nicht zuletzt von den Gästen mitgebrachten guten Stimmung! Einige Vollblutmusiker ließen sich davon jedoch nicht beirren, sondern setzten sich gemütlich mit Freunden zusammen, tranken ein Gläschen Wein und spielten im kleinen Kreis weiter bis halb Sechs! 

Ein Teil der Siebenbürger Jugend Traun ließ die Ballnacht im nahen „Pub Melon“ ausklingen. Da dessen Wirt als Österreicher auch Nachbarschaftsmitlied ist, wurde er mit der Vorführung zweier Volkstänze geehrt – der erste Auftritt im Pub Melon! - und revanchierte sich erfreut mit einer Runde auf Kosten des Hauses.

Und unsere Gäste von Nah und Fern sind hoffentlich alle gut nach Hause gekommen - Wir hoffen, dass in ihrer Erinnerung wie in unserer dies eine besondere Stelle einnimmt: Die einer „rauschenden Ballnacht“, die wir beim nächsten, 4. oberösterreichischen Siebenbürgerball – wo immer er stattfinden mag – wieder gemeinsam aufleben lassen.