Ausflug zur Nachbarschaft Traun, Österreich - Kreisgruppe Coburg

Frohgelaunt und bei nicht allzu drückendem Sommerwetter machte sich am 1. Juli die Tanzgruppe, der Chor und einige weitere Kreisgruppenmitglieder auf den Weg, das Sommerfest der Nachbarschaft Traun in Oberösterreich zu besuchen. Unser Mit-glied Heinrich Kloos bewährte sich wiederum als flotter Busfahrer mit feinem Gespür für die notwen-digen Pausen zur Nahrungsaufnahme und -abgabe seiner Reisegäste sowie exakter Millimeterarbeit beim Durchqueren der Welser Schleichgässchen und des Stadttores. Bei der fast pünktlichen Ankunft in Traun erwartete uns eine dicke Überraschung: Ein herzlicher Empfang durch Nachbarmutter Irene Kastner und Nachbarvater Dietmar Lindert mit seinen "Lustigen Adjuvanten", die uns nicht nur mit schmissiger Blasmusik, sondern auch mit vertrauten Gesangsdarbietungen in ihrem Kreis willkommen hießen und beim nicht ausbleibenden Mitsingen familiär aufnahmen. Ein kaltes Büffet mit heimi-schen Leckereien und den frischen roten und wei-ßen Nachbarschaftsweinen - geziert mit trachten-gruppenverzierten Etiketten! - erfreute danach auch die verwöhntesten Gaumen und Mägen. Als kultu-rellen Höhepunkt des Abends spazierten wir dann die jetzt unbedingt notwendigen 1000 Schritte zur siebenbürger Heimatstube im Schloß Traun. Viele - auch wehmütige - Erinnerungen rief die liebevoll mit Fotos, Möbeln, Keramik, Trachten und Stickereien gestaltete Ausstellung in uns allen wach.


Schloß Traun mit Clubraum und Heimatstube der Nachbarschaft Traun. Skizze: Konrad Fischer

Im barocken Kremsmünsterer Hof in Wels, unserem Schlafquartier, klang dann der Abend gemütlich aus, teils bis in den gar nicht mehr so frühen Mor-gen. Kaum zu glauben, was reiselustige Siebenbür-germägen alles verkraften! Am nächsten Morgen begann der Festtag früh um Neune in Traun beim gemeinsamen Sonntagsgottesdienst mit Pfarrer Johann Pitters. Unser Chor sang sich vor allem beim "Geh aus mein Herz und suche Freud" und "Großer Gott, wir loben Dich" schon mal richtig wach und warm. Auf dem anschließenden Sommer-fest und reichhaltiger Speisekarte von der knob-lauchgeschwängerten Bratwurst über eine geradezu unendliche Menge frischester Baumstriezel bis zum schnaps- und palukesgezierten "Siebenbürger Tel-ler" durften wir uns dann nach besten Kräften bei unseren lieben Gastgebern revanchieren: Unser Vorsitzender Dietmar Ehrlich überreichte das Gast-geschenk - den Bildband "Geheimnisvolles Coburg" - als kleinen Lockvogel für einen Gegenbesuch der Nachbarschaft Traun in Oberfranken.



Vorstand Dietmar Ehrlich und die Tanzgruppe überreichen das Gastgeschenk an die Nachbarmutter ...

Unter der Leitung unserer Dirigentin Adelgunde Müller erklangen darauf "Äm Hontertstroch" als Lied der alten Heimat, "Und i håb dir in die Äugerl g'schaut", eine Referenz an unsere österreichischen Gastgeber sowie das "Rennsteiglied" als Gruß aus der neuen Heimat. Dem Applaus nach konnten wir das Gläserklingen und Tellerscheppern der fröhli-chen Zecher des Sommerfests zumindest in den vorderen Reihen etwas übertönen.




Der Chor beim Liedvortrag

Da hatte es die Tanzgruppe mit unserem mikroverstärkten Akkordeonisten Werner Dürr und dem Gitarristen Eduard Hügel schon etwas leichter. Drei Tänze - erstmals auf Rasengrün - erfreuten Aug und Ohr und fanden viel Beifall. Über den Nachmittag hinweg unterhielt dann die Trachtenkapelle der Nachbarschaft ihre vielhundertköpfige Gästeschar, die Tanzgruppe durfte ein zweites Mal die nim-mermüden Tanzbeine schwingen und fröhliche Gespräche im vertrauten Kreis rundeten unseren ersten gemeinsamen Ausflug in das schöne Öster-reich ab. Mit schwerem Herzen mußte dann leider, leider Abschied genommen werden. Da der feste und flüssige Reiseproviant trotz aller vorhergehen-den Anstrengungen gottseidank noch nicht ganz ausgegangen war, konnte der Nachhauseweg mit dem Bus in den Abend hinein die nötige Bettschwe-re garantieren. Zwei Tage bei heimatverbundenen Freunden - ein unvergeßliches Erlebnis, für das wir der Nachbarschaft Traun mit ihren "Nachbareltern", den Musikanten und den vielen fleißigen Helfern im Vorder- und Hintergrund nochmals von ganzem Herzen danken und auf ein baldiges Wiedersehen hoffen!

Konrad Fischer