Ochsenlauf in Traun: Alter Brauch – neu belebt

Nach ein paar Jahren Pause, in denen man den „Ochsenlauf“ nur sporadisch hin und wieder durchgeführt hatte, stand er 2002 erstmals wieder auf dem Programm und begeisterte Mitwirkende wie Zuseher gleichermaßen. Der Entschluß, ihn ab nun jedes Jahr stattfinden zu lassen, war somit nur eine logische Folge.

Die in Traun ansässigen zahlreichen Waltersdorfer haben diesen Brauch aus ihrem Heimatort mitgebracht und auch ihre anderen Mitbürger bzw. „Mitsachsen“ wie Sanktgeorgener, Roder, Zenderscher, Wermescher usw. mit dem „Ochsenvirus“ angesteckt: So setzte sich am 22. Februar um Punkt 15 Uhr auf dem Siebenbürgerplatz eine kostümierte und bestens gelaunte, ziemlich umfangreiche Gruppe in Bewegung – die Mitwirkenden waren übrigens im Alter zwischen drei bis 75 Jahren und alle mit Freude dabei. Den Beginn machte eine acht Mann starke Abordnung der Musik, die mit flotten Weisen die Stimmung steigerte. Danach waren Mitglieder der Jugend und der „Alten Jugend“ als Schneemänner und die Kinder der neuen Kindertanzgruppe als „Schneeflocken“ kostümiert. Sie wurden von den Hexen mit lauten „Hohoho“-Rufen und gezücktem Besen verfolgt – so wurde der Winter symbolisch ausgetrieben. Das schönste am Zug waren wie immer die Ochsen, d.h. Männer in der weißen Tracht des Nösnerlandes. Alte, ausgediente weiße Hosen und Hemden, mit aufgenähten bunten Bändern fantasievoll und farbenprächtig geschmückt sowie kleine Glöckchen, die bei jeder Bewegung klingelten, verwandelten unsere jüngeren und älteren Ochsen in wahre Prachtstücke. Auch die Mützen waren über und über mit bunten Bändern und Ketten geschmückt. Fünf solcher Ochsenpaare zogen den Pflug, der von einem Bauern gelenkt und mit dem Peitschenknallen des Treibers kommandiert wurde. Dahinter gingen dann die Sämanner und taten ihre Arbeit. Dieser schöne alte Brauch hielt die gesamte Siedlung bei Laune. In zweieinhalb Stunden waren wir bei acht Familien zu Gast und wurden dort mit Speis und Trank gelabt. Für die Bewirtung bedankten sich die Ochsen mit dem Tanzen einer Hora und die Musik mit einem Ständchen. 

Zum Abschluß marschierte der Zug wieder auf den Siebenbürgerplatz, wo bereits eine große Fangemeinde wartete. Die Jugend bewirtete die Gäste mit Glühwein und Faschingskrapfen, sorgte für flotte Musik und hielt damit so manchen vom frühen Aufbruch ab – ein lustiger Nachmittag ging in einen gemütlichen Abend über.
Herzlichen Dank allen Teilnehmern sowie unseren Gastgeber Fam. Fleischer, Fam. Piffath, Fam. Gnad/Roth, Fam. König, Fam. Hedrich, Fam. Broser, Fam. Gabber und Fam. Lindert für die freundliche Aufnahme!